Bettwäsche mit Blümchen für Amalie

Auf dem drei Meter langen Tisch im Clarenbachwerk stapeln sich Geschenke jeder Größe. Viele sind mit persönlichen Karten versehen, auch wenn sich Schenkende und Beschenkte in den meisten Fällen noch gar nicht kennen. Und jede bunte Verpackung beinhaltet einen Herzenswunsch - zum Beispiel einen roten Pullover, ein paar warme Socken oder einen Liebesroman.

Woher die Geschenke kommen, die rechtzeitig vor Heiligabend kartonweise an das Clarenbachwerk übergeben wurden, verrät Frank Textor, Geschäftsleiter der Seniorenbetreuung Home Instead: „Unser Charity-Baum im RheinCenter hing in diesem Jahr voll mit rund fünfhundert Wünschen von Menschen, die in Pflegeeinrichtungen im Kölner Westen leben.“

Die Idee des Charitybaums, die von Textor, Geschäftsleiter der Home Instead Seniorenbetreuung  und seiner Kollegin Ingrid Piaskowski vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde, ist ein voller Erfolg: Kunden des Einkaufscenters können sich eine oder mehrere Wunschkarten vom Baum nehmen und die darauf notierten Wünsche erfüllen. „Die Wunschkarten gingen so schnell weg, wir kamen fast nicht hinterher, noch weitere Wünsche aufzuhängen“, strahlt Piaskowski über die erfolgreiche Aktion.
Besonders das Clarenbachwerk, Kölns zweitgrößte Pflegeeinrichtung für junge und alte Menschen, konnte fast 250 der 500  wunderschön verpackte Geschenke für Bewohner und Bewohnerinnen entgegen nehmen. Vor allem diejenigen freuten sich auf die Bescherung, die selbst keine eigenen Angehörigen mehr haben.
  
„Manchmal müssen wir die oft sehr bescheidenen Wünsche noch etwas präzisieren und schreiben auch das Alter und den Vornamen des Wünschenden dazu“, sagt Ingrid Piaskowski, die in den verschiedenen Häusern im Clarenbachwerk jeden Wunsch persönlich abgeholt hat.  „Gewünscht wird zum Beispiel ein Seidenschal oder Bettwäsche mit Blumen. Aber ist der Wünschende nun 28 oder 82 Jahre alt? Wünscht sich ein älterer Herr oder eine junge Frau ein paar Hausschuhe? Da gibt es ja doch im Geschmack und Stil erhebliche Unterschiede. Die Schenkenden möchten aber das Geschenk gerne so passend wie möglich aussuchen “, so Piaskowski weiter.

Die vielen persönlichen Karten, die die Spender ihren Geschenken beilegen, zeigen, wie gut diese Spendenaktion ankommt. „Manchmal entwickeln sich aus diesem herzlichen Gruß sogar persönliche Beziehungen“, so Doris Röhlich, Geschäftsführerin des Clarenbachwerks, in dessen sechs Häusern rund 600 pflegebedürftige Menschen leben. „Im vergangenen Jahr lautete der Wunsch einer Bewohnerin: Ein Kaffeebesuch in Begleitung. Diese Wunschkarte wurde von einer Dame vom Baum genommen, die inzwischen schon einige Male gekommen ist, um unsere Bewohnerin zu besuchen“, so Röhlich weiter. „Das sind natürlich tolle Nebeneffekte dieser Aktion.“

Überrascht sind die Home Instead-Organisatoren des Charity-Baums auch über die Bandbreite der Spender und Spenderinnen. Kinder und ganze Großfamilien beteiligen sich ebenso, wie muslimische Obstverkäuferinnen oder Studenten. Die Bescherung am Heiligabend war bei vielen kleinen Weihnachtsfeiern in den Häusern in Braunsfeld und Deckstein das Highlight.



50 Jahre Karneval in Weiß 2012

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